Was ist ein Proof?

Ganz einfach: Ein Proof ist die Simulation eines späteren Druckes, entweder als Softproofam Monitor oder als Contract Proof, Validation Print oder als Form Proof auf Papier.

Softproof: Ein Softproof ist die farbverbindliche Darstellung des Druckes an einem Monitor. Das kann sowohl in der Agentur erfolgen, als auch z.B. direkt an der Druckmaschine, damit der Drucker den Auflagendruck mit dem Softproof abstimmen kann.

Kontrakt Proof (engl: Contract Proof): Die “höchste” Stufe in Sachen Proof: Ein Kontrakt Proof ist eine sehr hochwertige Simulation des späteren Druckergebnisses, und wird heutzutage eigentlich immer mit speziellen Tintenstrahldruckern auf speziellem Papier mit spezieller Software erzeugt. Durch den Aufdruck UGRA/Fogra Medienkeiles wird der Proof “farb- und rechtsverbindlich”. Im optimalen Fall wird der Medienkeil direkt bei der Prooferstellung mit einem Messgerät geprüft und ein Prüfprotokoll aufgeklebt oder aufgedruckt, das die Einhaltung der Toleranzen bestätigt.

Validation Print: Ein Validation Print hat höhere Toleranzen was die Farbabweichungen von der vorgegebenen Norm angeht, als ein Kontrakt Proof. Er ist daher nicht “farb- und rechtsverbindlich”, dient also nicht als Kontrakt oder “Vertrag” zwischen Designer und Druckerei, es sei denn, beide Parteien haben sich darauf geeinigt, daß der Validation Print als Farbreferenz dienen kann. Validation Prints werden häufig im Abstimmungsprozess in Agenturen oder als schnelle Vorlage mit guter Farbabstimmung verwendet, da sie auch auf aktuellen Laser- und LED- oder anderen Digitaldruckern produziert werden können. Im Vergleich zum Inkjet-Druck sind diese Drucksysteme um ein vielfaches schneller und preisgünstiger.

Form Proof: Ein Form Proof begegnet einem häufig in Druckereien; große Blätter Papier, auf dem die fertig ausgeschossenen Bögen z.B. eines Magazines ausgedruckt sind. Form Proofs sind mit preiswerten Inkjet-Plottern auf preiswertem Papier gedruckt und sehen meist schrecklich grob und pixelig aus, auch die Farben sind fürchterlich. Die Daten für den Form Proof durchlaufen aber den gleichen Workflow, mit dem später auch die Druckplatten produziert werden. Das bedeutet: Was auf dem Form Proof zu sehen ist, ist später auch auf der Druckplatte zu sehen. Damit können also optimal die finalen Druckformen noch einmal kontrolliert werden, ob auch alle Schriften, Bilder und eingebetten Grafiken korrekt dargestellt werden. Farbverbindlich ist ein Form Proof aber keinesfalls.

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Matthias Betz

About the author

Matthias Betz ist Inhaber der Proof GmbH in Tübingen und Experte für farbverbindliche Proofs. Durch seine Erfahrungen in Layout und Retusche berät er Agenturen bei der Umsetzung von Colormanagement Konzepten und sensibilisiert und erklärt in Vorträgen zum Thema Farbe und Farbmanagement.

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