Wo kann ich proofen lassen?

Die meisten Agenturen beziehen Proofs von ihrem örtlichen Reprostudio, das oftmals auch bei der Reinzeichnung oder bereits beim Scan der Daten beteiligt ist.

Aus Kosten- und Qualitätsgründen sind aber vermehrt auch Online Proofdienstleister tätig. Im Vergleich zu örtlichen Reprostudios verfügen diese oft über modernere Technik und aktuellere Software. Daher kann möglicherweise auch die Qualität für den Proof beim Online Proofdienstleister sprechen.

Die wichtigsten Online Proofdienstleister in Deutschland:

Einige Anbieter wie proofs-and-more und die Enns Schrift und Bild GmbH haben die Proof Dienste in den letzten Jahren eingestellt.

 

 Was müssen Sie bei der Auswahl eines Proof Dienstleisters beachten?

Achten Sie bei Ihrem Dienstleister auf aktuelle Proof Software und Hardware

Wir kennen leider Dienstleister, die seit 2003 weder ihre Proof Systeme kalibriert noch ihre Proof Software aktualisiert haben. So können aber keine Proofs produziert werden. Zwar verkaufen diese Unternehmen „Proofs“, produziert wird aber lediglich buntes Papier. Achten Sie also darauf, daß Ihr Proof Dienstleister aktuellste Software und Hardware verwendet und fragen Sie im Zweifel nach.

  • Moderne, 11-farbigen Proofsysteme haben einen deutlich größeren Farbraum als alte, 6-farbigen oder 8-farbigen Proofsysteme
  • Bei der Simulation von HKS und Pantone Farben haben sich bei GMG und EFI die Simulationen mit jedem Softwareupdate sichtbar verbessert.
  • Moderne PDF-Formate wie PDF X-4 können mit alter Proof-Software nicht oder nicht korrekt verarbeitet werden.

Akzeptieren Sie nur echte “Kontrakt-Proofs” nach ISO 12647-7

Die ISO Norm sagt es klar:

  • ISO 12647-7 = “Contract Proof
  • ISO 12648-8 = “Validation Print

Es gibt also nur einen farb- und rechtsverbindlichen Proof, nämlich den Contract Proof nach ISO 12647-7.  Alles andere sind „Prints“, keine „Proofs“.

Dennoch kennt die Phantasie bei der Namensgebung oftmals keine Grenzen: Da werden ISO Raster Proofs, Schwabenproofs und vieles mehr billig angeboten, obwohl das tatsächlich nur “Validation Prints” und keine Proofs sind. Diese sogenannten “Proofs” sind NICHT farb- und rechtsverbindlich, da für sie höhere Toleranzen gelten als für echte Proofs! “Kontrakt” steht für “Contract”, also “Vertrag” zwischen Proof und Druckerei. Fogra und ISO haben gut daran getan, nur ein Produkt “Proof” zu nennen, und das andere eben nur “Print”. Lassen Sie sich also bitte nicht einen “Print” für einen “Proof” verkaufen. Der eine ist farb- und rechtsverbindlich, der andere nicht.

Achten Sie auf gültige Zertifizierungen Ihres Proof-Dienstleisters

Zahlreiche Proof Dienstleister werben mit Fogra Logos auf ihrer Website. Die Fogra zertifiziert tatsächlich auch Proof Betriebe, die sich einer ausführlichen Prüfung ihrer Proofs unterziehen müssen, die weit über die reine Prüfung eines Medienkeiles hinausgehen. Diese Fogra Zertifizierungen laufen nach einem Jahr aus. Die Proof-Qualität muss dann im Zuge einer erneuten Zertifizierung durch die Fogra neu bestätigt werden.

Viele Dienstleister scheuen die hohen Anforderungen der jährlichen Zertifizierung ihrer Qualität durch die Fogra, werben aber noch nach Jahren mit ihren teilweise schon im Jahr 2008 abgelaufenen Zertifizierungen.

Akzeptieren Sie Fogra Zertifikate nur dann, wenn Sie für die “Contract Proof Creation” ausgestellt wurden und eine fünfstellige Nummer tragen. Diese Nummer können Sie bei der Fogra recherchieren: http://www.fogra.de/fogra-fogracert-de/druckvorstufe/proof/prooferstellung/contract-proof-zertifiziert/

Wird nach Eingabe der Gutachtennummer ein Ergebnis ausgegeben, verfügt der Proof-Dienstleister über eine aktuell gültige Fogra Zertifizierung. Wird kein Ergebnis ausgegeben, wirbt der Dienstleister nur damit, verfügt aber über keine gültige Fogra Zertifizierung. Das gilt derzeit leider für zahlreiche Dienstleister.